Reisebericht USA – Tag 13 bis 16: Boston, Cape Code und Provincetown inkl. Whale-Watching
September 29th, 2009 | by Main-Blog |Reisebericht von Andrea:
Am Samstagmorgen verlassen wir Old Orchard Beach. Wir frühstücken ein letztes Mal bei der netten älteren Dame und schlagen uns den Magen mit Pancakes, Ahornsirup, Muffins und Kaffee voll.
Unsere nächste Station ist Boston mit dem Freedom Trail und den Universitäten Harvard und Cambridge sowie das Massachusetts Institute of Technology (MIT). Wir fahren mit dem Mietwagen bis in die Innenstadt, finden im Parkhaus einen günstigen Parkplatz und begeben uns auf den Freedom Trail. Diese 4km lange Route quer durch die Stadt ist mit einer roten Linie bzw. roten Backsteinen deutlich gekennzeichnet und eine unterhaltsame Geschichtslektion. Dieser Pfad verbindet 16 Sehenswürdigkeiten, die die frühe Geschichte Bostons sowie den Anfang der Vereinigten Staaten erzählen.

Freedom Trail in Boston
Das Wetter ist schön und lädt zu einem Spaziergang durch die Stadt ein. Jedoch sind wir in den letzten Tagen am Old Orchard Beach so schön runtergekommen, dass uns die Stadt doch zu laut, zu hektisch und zu schnell ist. Direkt hinter der Faneuil Hall (wird als „Wiege der Freiheit“ bezeichnet; hier wetterten Redner früher gegen die Skalverei und die britische Steuerpolitik) liegt Quincy Market mit seinen Geschäften, Restaurants und Straßenkünstlern.

Quincy Market in Boston
Erst gehen wir noch ein wenig shoppen, später Mac’n Cheese in a bread bowl essen. Wir finden, wir haben genug von der Stadt gesehen und gehen zurück zum Auto. Cambridge, Harvard und MIT werden von der Agenda gestrichen. Wir wollen zurück ans Meer und fahren direkt nach Cape Cod.
Wir checken am späten Nachmittag in Hyannis direkt gegenüber vom Hafen ein und gehen gleich an den Strand. Hier ist gerade ein besonders schöne Stimmung, die Sonne geht gerade unter.
Hier in Hyannis haben JF und Jackie Kennedy schon ihre Sommerferien verbracht und das Weiße Haus vorübergehend an diesen Strand verlegt. Auch heute sind die Leute in diesem Ort den Kennedys noch eng verbunden. Es gibt ein JFK-Museum, ein JFK-Memorial und in den Geschäften und Restaurants hängen Fotos. Sonntag und Montag haben wir traumhaftes Sommerwetter.
Wir bleiben hier und machen nicht viel: gehen am Strand spazieren, sammeln Muscheln, staunen über komische, uns unbekannte Meerestiere, deren Schalen am Strand liegen, picknicken, trinken Wein und schlafen viel.
Dienstag stellen wir uns (das erste Mal im Urlaub) den Wecker. Wir wollen rauf an die Spitze des Kaps nach Provincetown (oder kurz P-town) zum Whale Watching. Das Wetter ist wieder toll. Hier betraten die Pilgerväter 1620 zum ersten Mal das Land der „Neuen Welt“. P-town ist quirlig und lebendig, die Galerien, Restaurants und Boutiquen in der Commercial Street sind oft sehr individuell und künstlerisch. Kein Wunder, ist doch P-town seit langem ein Anziehungspunkt für Künstler und Homosexuelle.

P-Town
Wir kaufen Karten für $ 39 für eine Whale Watching Tour, die ca 3,5 Stunden dauert. 10 Uhr geht es los. Unser Boot heißt Dolphin VIII und ist recht voll. Wir haben gute Plätze. Unser Kapitän ist eine witzige Frau, die uns über Lautsprecher mit interessanten und unterhaltsamen Details über Provincetown, den Hafen, das Boot und die Crew, über den Strand und Leuchttürme, über Seehunde und natürlich über Wale unterhält. Kaum sind wir aus dem Hafengebiet ausgelaufen, gibt die Dolphin VIII richtig Gas. An der Reling weht mir der Wind um die Nase, ich muss meine Sonnenbrille festhalten und ich habe die Haare nicht mehr schön.

Ordentlich Wind an Bord
Wir fahren ca. 1 Stunde, als ich weiter vorne schon kleine Wasserfontänen über der Wasseroberfläche sehe. Ich versuche, sie Torsten zu zeigen, er sieht sie natürlich nicht und glaubt mir auch nicht. Doch es dauert nicht mehr lange bis alle die Wal-Zeichen sehen. Auf dem Boot wird es unruhig. Alle sind gespannt. Das Boot stellt den Motor ab und wir treiben im offenen Atlantik. Es gibt natürlich keine Garantie, dass wir wirklich Wale sehen. Aber ja, wir sehen welche. Nicht nur einen oder zwei. Sie tauchen immer mal wieder in Gruppen von zwei, drei oder vier Tieren auf. Manchmal weiß man gar nicht, wo man zuerst hin gucken soll. Dort tauchen welche auf und ab und schnauben die kleinen Wasserfontänen durch ihre Atmung nach oben, bald darauf taucht der dunkle Rücken und die riesengroße schwarz-weiße typische Flosse auf und schon tauchen sie wieder ab.

Whale-Watching - II

Whale-Watching - III

Whale-Watching - IV
Sie sind unglaublich groß und bewegen sich langsam und fast anmutig und sanft. Dieser Anblick ist unbeschreiblich. Immer wenn Wale in unmittelbarer Nähe vom Boot – manchmal wirklich nur 5 – 7 Meter entfernt oder direkt neben oder sogar unter uns – wurde es sehr ruhig unter uns Whale Watchern und man hörte nur manchmal leises Raunen und das Klicken der Cameras. Laut Crew hatten wir einen sehr guten Whale Watch, wir haben bis zu 21 Wale gesehen. Für uns war es ein ganz tolles Erlebnis, dass wir nicht vergessen werden.
Gegen 13:30 Uhr haben wir wieder festen Boden unter den Füßen. Am Hafen von P-town gehen wir essen und schlendern noch ein wenig durch die schönen Gassen und sehen wirklich witzige Gestalten im Straßenbild. Am späten Nachmittag fahren wir zurück nach Hyannis und kaufen noch Obst, O-Saft und Wasser. Wir lassen den Tag mit Rotwein und dem Wetterbericht ausklingen und überlegen, was wir die letzten 3 Tage anstellen wollen.













