Der Mausklick und die Kunst des Krieges

April 22nd, 2009 | by admin |

…. so hieß der Titel eines Artikels in der FAZ am 20.4.09 – schon grotesk!

Erstmals fand in Offenbach ein Spieltag der Bundesliga für Computerspiele statt.

Dass die Gaming-Industrie eine gewaltige Industrie im Technik-Sektor darstellt ist bekannt. Die Bewegung weg vom installierten Game auf dem stationären PC, hin zu Online-Games ist eine logische Konsequenz.

Ich bin absolut kein Spiele-Freak, aber der Artikel war sehr interessant. Als Ahnungsloser hinter die Kullisen von Computer-Spielern zu schauen, zeigt die Motivation, das Leben und natürlich auch ein gewisses Suchtpotential bei den Spielern. Das es eine Bundesliga in Deutschland gibt, war mir bis heute auch nicht bewusst. Aber es gibts nichts was es nicht gibt.

Mehr als 1000 Fans der „Electronic Sports League“ sind angereist um die Spitzenbegegnungen der Computerliga mitzuerleben. Um ein reines Freizeitvergnügen geht es dabei schon lange nicht mehr. Aus dem einsamen Zocken am Computer ist ein Profisport geworden. Es gibt Teams und Fans, Trikots und Sponsoren. Und es gibt Preisgelder. Bis zu 10.000 Euro kassiert, wer am Ende der Saison auf dem ersten Platz steht.

Und die Jungs und Mädels haben in einigen Länder dieser Welt Kult-Charakter und werden wie “Götter” verehrt. Und da sind Preisgelder von 10.000 EURO Peanuts. Die Besten Spieler der Welt 2008 waren.

Und bei diesem Thema kommen einem natürlich in Bezug auf einige Ereignisse und Tragödien in den letzten Monaten und Jahren auch die Gefahr von sog. Killerspielen in den Sinn. Viel diskutiert und zu einem abschließenden Ergebnis kommt man wohl in der Politik auch nicht. Aber Gesetze werden eine Szene, die so agil und kreativ ist, nicht bremsen können.


Nach Winnenden wurde in Stuttgart natürlich eine Computer-Spiele-Nacht abgesagt. Angeblich war die Einsicht bei den Veranstaltern nicht ganz zu erkennen.

Aber die Spieler sind ja angeblich durch solche Spiele nicht beeinflusst.

Das Spiel beginnt. Zuerst sind nur Schüsse zu hören. Die Spieler sind in die Rollen von Terroristen oder Polizisten geschlüpft und jagen den Gegner mit Messern, Pistolen und Gewehren durch die virtuelle Welt. „Aggressiv macht mich das überhaupt nicht, eher im Gegenteil“ sagt Besi, 22 Jahre, der selbst spielt, heute aber nur zusieht. Auf der Leinwand tötet „Roman R.“ vom Team Alternate gerade im Alleingang drei seiner Gegner. Das Publikum tobt.

“Ganz normal” bei den Spielgeisterten, aber für einen Aussenstehenden nicht ganz nachvollziehbar. Und welche Auswirkungen das Medium Computerspiel auf die soziale Komponente hat, kann man sich auch ungefähr ausmalen – eine eigene Welt.

Seit fünf Jahren spielt Dennis Schneider in der Spitzenliga, ist bekannt in der Szene, manchmal, erzählt er, wird er sogar auf der Strasse erkannt. Negativ hat noch nie jemand auf sein Hobby reagiert. „Meine Eltern waren am Anfang schon besorgt, wegen meinen schulischen Leistungen, aber jetzt sind sie stolz auf mich“ sagt er. Zwei Stunden pro Tag spielt Dennis Warcraft 3. Mehr ist neben seinem Wirtschaftsinformatikstudium nicht zu schaffen. „Ich muss meinen Tag sehr gut planen,das Spielen, die Uni, meine Freundin, das alles muss ich unter einen Hut bekommen.“ Trotzdem will er weiter spielen, solange es geht. „Warcraft 3 ist einfach ein Teil meines Lebens, ich könnte nicht plötzlich aufhören, aber das geht wohl allen Sportlern so.“

Ich geb es ja zu – ausprobiert habe ich Ballerspiele auch schon. Aber meine Zeit ist mir schon zu kostbar, um diese in einer virtuellen Welt – weit weg von jeglicher Realität – zu verbringen. Aber jeder hat sein Hobby.

Viel Spass beim Gamen

Euer Armin

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