Wunderschönen Guten Morgen

March 24th, 2009 | by Main-Blog |

Sitz am Frankfurter Bahnhof vor meinem Starbucks-Kaffee und lese mich so ein wenig durch das Netz. Zug geht erst in einer Stunde, hoffe mal, das Akku vom Dell hält so lange.

Wow, die Amis haben ja gestern nochmal richtig Gas gegeben. Dow gestern +497 Punkte auf 7.775 Zähler. Nikkei auch heute ordentlich im Plus auf 8.328. Und alles nur, weil sich die Amis noch gigantomanimäßig mehr verschulden, als eh schon durch die letzten Billionen-Dollar Programme. Und nun kauft der Staat den Banken den ganzen Dreck ab, den die über die letzten zwei (drei) Jahrzehnte verzappft haben. Nicht schlecht. Bau scheiße, Papa Staat bügelt es schon wieder aus. Schade, dass das nicht im kleinen funktioniert.

Wer den ganzen Mist bezahlt, ist ja auch klar, oder? Ich jedenfalls hab für meien erst ganz neu gegründete GmbH gleich mal ein nettes Brieflein vom Finanzamt bekommen, Körperschaftssteuervorauszahlung. Als ich die dicke fünfstellige! Forderungssumme gesehen habe, ist mir gleich mal ganz übel geworden. Bitte, liebes Finanzamt, ihr müsst mir doch erst mal die Chance geben, Umsatz zu machen, bevor ihr mich abkassiert. Wenn es nach euch geht, muss ich ja direkt nach der Gründung schon Insolvenz wegen (Steuer)überschuldung anmelden. Echt krass. Aber ich hatte nicht lange Gelegenheit, mich zu ärgern. Zwei Tage später schon kam der nächste Brief, diesmal mit der Aufforderung zur “Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung”, diesmal vierstellig. Ich werd hier noch blöd. Aber wahrscheinlich ist das auch Taktik vom Finanzamt um den Druck zu erhöhen, Geld zu verdienen. Denn auch in Deutschland steht das nächste Konjunkturprogramm an, auch das will finanziert sein. Und die Banker der Hypo Real Estate haben sich auch ordentlich verzockt, die brauchen (nach ihren 102 Milliarden Euro, die es schon gab), nochmal frische Kohle. Da kann man schon mal ‘ne neue Steuervorauszahlung fordern, irgendwo müssen die Billionen ja herkommen. Schlimm, schlimm…

Warum bin ich eigentlich kein Banker geworden. Dann  mach ich’s wie bei der AIG (ok, ist Versicherung, aber eh alle gleich). Verzocke schön Milliarden, hol mir dann Geld vom Staat, dann zahl ich mir davon Millionen-Boni aus. Warum bin ich’s nicht geworden? Achso, Gewissen und so…

Naja, dann muss ich es eben weiter auf dem normalen Wege probieren.

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  1. 3 Responses to “Wunderschönen Guten Morgen”

  2. By Dr. Franzen on Mar 24, 2009 | Reply

    Echt ärgerlich, immer wieder das Finanzamt! Sollte ich jetzt egtl. loyal gegenüber meinem Dienstherren sein? Nun, da ich ja in gewisser Art und Weise von deinen Steuervorauszahlungen besoldet werde, muss ich natl. das Vorgehen meiner Kollegen in Hessen für Gut heißen. Aber als Freund bin ich natl. jetzt auch bissl geschockt über fünfstellige Vorauszahlungen!?! Wie kommt man denn auf solche Zahlen? Was hast du denn in deinen Fragebogen für Umsatz- und Gewinnzahlen eingetragen? Unbedingt nen Antrag auf Anpassung der Vorauszahlungen stellen! Ich hoffe, das geht überhaupt. In diesem Sinne, nicht verzagen!!!

  3. By Main-Blog on Mar 25, 2009 | Reply

    Hi Sven,
    ja, hab mir schon gedacht, dass ich Dich in einen Zwispalt bringe ;-)

    Nee, aber mal ganz sachlich (geht das, hehe): Ich hab bei der Schätzung zu Gewinn 15.000 Euronen angegeben. Scheint wohl zu viel zu sein. Hmm, frage mich echt, wenn ich z.B. noch Angestellte hätte, dann müsste ich quasi jetzt sofort Insolvenz anmelden. Naja, mal gucken ;-)

    Was ist eigentlich Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung? Ich geb doch eh jeden Monat mein Umsatzsteuervoranmeldung ab, das ist doch eigentlich schon genug, oder?

    Wie geht’s denn sonst so? Zu Himmelfahrt zu dritt?

  4. By Dr. Franzen on Mar 25, 2009 | Reply

    Du wirst es nicht glauben, Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung ist mir zwar ein Begriff, aber erklären konnte ich es nicht sofort. Deshalb gegoogelt: /www.brennecke-partner.de/37556/Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung
    Anscheinend gibst Du Deine USt-Voranmeldung immer einen Monat später ab (also ganz offiziell nach Antrag – sog. Dauerfristverlängerung). In diesem Fall ist das üblich. Wie das berechnet wird, zumindest in Sachsen, kann ich in Erfahrung bringen, wenn Du magst.
    Bei 15.000 Gewinn lt. Fragebogen scheint mir eine KSt-Vorauszahlung im fünfstelligen Bereich etwas übertrieben. Kontakt mit Deinem Finanzamt suchen, Änderungs- bzw. Anpassungsantrag stellen. Kann mir nicht vorstellen, dass man durch solch Vorgehen die Gründungskriminalität eindämmen kann!?!
    Himmelfahrt leider nur zu zweit. Der Willi hat Stubenarrest und bleibt zu Hause, weil er so garstig zu Dir war. Ansonsten geht es supi. Katja verdient wieder Geld und ich peitsche mein Auto durch den Freistaat, immer im Dienste des Finanzministers. Und manchmal krieg ich sogar 30 Cent pro Kilometer dafür. Ich bin so voller Dankbarkeit und Demut! ;-)
    Und bei Dir?

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